Hartes und weiches Wasser – so reagieren unsere Haare

So verschieden die Menschen sind, so verschieden sind auch Haare und die passende Pflege. Bei der Wahl der richtigen Pflege wird eines oft vernachlässigt: das Wasser. Jedes Leitungswasser setzt sich unterschiedlich zusammen. Wichtig für die Haarwäsche ist in erster Linie die Wasserhärte, die den Kalkgehalt des Wassers angibt. Je nach Härtegrad gibt es ein paar „typische“ Reaktionen der Haare.

 

Das macht hartes Wasser mit den Haaren

Hartes Wasser enthält viel gelöstes Calcium und Magnesium. Zum Trinken ist es hervorragend. Die gelösten Mineralstoffe sind wichtig für den Körper und geben dem Wasser einen guten Geschmack. Haare jedoch können von kalkhaltigem Wasser rau und spröde werden. Kalk kann auch eine trockene Mähne verursachen. Bei gefärbten Haaren hält die Farbe oft nicht so lange, wenn sie mit hartem Wasser gewaschen werden. Manche mögen Kalk nicht, weil er die Haare stumpf wirken lässt, andere lieben ihn, weil die Haare voluminöser werden und sich leichter stylen lassen.

Der Wasserhärtegrad wirkt sich auch auf das Shampoo aus. Hartes Wasser neutralisiert die Waschleistung zum Teil. Somit braucht man viel mehr Pflegeprodukte als bei weichem Wasser. Das Shampoo schäumt nur wenig oder gar nicht, dafür lässt es sich leicht wieder auswaschen aus den Haaren. Beim Styling kann meist getrost auf Schaumfestiger und Haarspray verzichtet werden. Bei dünnen Haaren kann kalkhaltiges Wasser vorteilhaft sein.

 

Wie sich weiches Wasser bei der Haarpflege auswirkt

Im Gegensatz zu hartem Wasser enthält weiches Wasser nur wenig Calcium und Magnesium. Manche empfinden den Geschmack als eher sauer, dafür gibt es kaum Probleme beim Putzen oder mit verkalkten Geräten. Weiches Wasser lässt auch die Haare weich werden. Bei dickem, widerspenstigem Haar ist das bestimmt vorteilhaft.

Das Shampoo schäumt gut, eine kleine Menge reicht aus, um die Haare sauber zu bekommen. Problematisch wird es beim Ausspülen. Es muss lange und gründlich gespült werden, bis Pflegeprodukte ganz verschwunden sind. So bleiben meist Rückstände von Shampoo, Conditioner und Kur im Haar zurück und beschweren es.

Nach dem Waschen mit weichem Wasser hat das Haar meist weniger Volumen. Viele empfinden, dass die Haare auch schneller fettig werden. Das liegt mitunter an den Produktrückständen, die nicht vollständig ausgespült werden konnten. Zum Stylen werden meist wieder Produkte benötigt: Schaumfestiger und Haarspray sind nur die Grundausstattung.

 

Abhilfe bei hartem Wasser

Helfen kann man sich einerseits mit speziellen Antikalkshampoos, die Rückstände von Mineralien entfernen. Diese sind sowohl in gewöhnlichen Drogeriegeschäften erhältlich, als auch im Fachhandel beim Frisör.

Viele schwören auch auf eine selbstgemachte Spülung. Dazu werden mit einem Liter normalem Leitungswasser zwei Esslöffel Essig oder Zitronensaft verrührt. Dosieren Sie Essig und Zitronensaft eher vorsichtig, die enthaltene Säure trocknet Kopfhaut und Haare ansonsten schnell aus.

Eine andere Möglichkeit ist, die Haare mit abgekochtem oder gefiltertem Wasser zu spülen. Manche kaufen auch Flaschenwasser. Hier sollte aber darauf geachtet werden, dass es sich um Mineralwasser mit möglichst wenig Calcium und Magnesium handelt. Ansonsten verschlimmert sich das Problem möglicherweise.

Eine praktischere Alternative ist der Einbau einer Enthärtungsanlage – so fließt nur mehr weiches Wasser durch Ihr Zuhause. Die Anschaffung eines solchen Geräts ist zwar etwas teurer, macht sich aber schnell bezahlt. Neben den Haaren werden es Ihnen auch Kaffeemaschine und Dusche danken.

 

Wenn die Haare an anderen Orten streiken

Vielleicht haben Sie schon einmal im Urlaub bemerkt, dass Ihr Haar ganz anders auf die übliche Pflege reagiert. Ausschlaggebend dafür ist die ungewohnte Wasserhärte. Die schlechte Nachricht lautet, dass sich das Haar meist nicht oder nur gering an die neue Wasserhärte anpasst. Sie ziehen um und wissen, dass Sie am neuen Ort eine andere Wasserhärte erwartet? Dann werden Sie möglicherweise Ihre Haarpflege umstellen müssen. Bevor Sie lange herumexperimentieren und womöglich Ihre Haare strapazieren, fragen Sie lieber beim Frisör nach. Dort wird Ihnen professionell weitergeholfen.