6 Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser

6 Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser

Sauberes Trinkwasser – in unseren Breitengraden fast schon eine Selbstverständlichkeit. Im Alltag vergessen wir daher gerne darauf, wie wertvoll Wasser eigentlich ist. Deshalb ist es wichtig, achtsamer damit umzugehen und den eigenen Verbrauch nachhaltiger zu gestalten. Jeder Einzelne kann dabei seinen Beitrag leisten: 6 Tipps, wie Sie wertvolles Wasser sparen können, finden Sie hier.

Tipp 1: Den eigenen Wasserverbrauch kennen

Wasserverbrauch wird oft mit dem Verbrauch von Trinkwasser assoziiert. Allerdings trinkt ein durchschnittlicher Mensch nur etwa 2 bis 2,5 Liter Wasser täglich. (Mit einem Wasserbedarf-Rechner können Sie sich Ihren persönlichen Bedarf genau ausrechnen.) Schon eine Minute unter der Dusche verbraucht hingegen in etwa 10 bis 15 Liter – das macht bis zu 150 Liter für eine 10-minütige Dusche.

Dabei wird schnell klar, dass die Wassermenge, die wir täglich trinken, nur einen verschwindend geringen Anteil an der tatsächlich verbrauchten Wassermenge ausmacht. Versuchen Sie stattdessen, im Alltag mehr darauf zu achten, an welchen Stellen besonders viel Wasser zum Einsatz kommt. Das gibt Ihnen bereits einen Anhaltspunkt, wo Sie am meisten sparen können.

Tipp 2: Verschwenderische Gewohnheiten ändern

Bei täglichen Tätigkeiten im Haushalt haben viele Menschen Angewohnheiten, die nicht unbedingt wassersparend sind, beispielsweise die folgenden:

  • Beim Zähneputzen oder beim Einseifen das Wasser laufen lassen.
  • Häufig ein Vollbad nehmen, statt schnell zu duschen.
  • Den Wasserhahn jedes Mal bis zum Anschlag aufdrehen.
  • Im Sommer mehrmals täglich duschen.

Solche Gewohnheiten sind, so bequem sie auch sein mögen, leider nicht sonderlich nachhaltig. Vielleicht schaffen Sie es, weniger oft in die Badewanne zu steigen oder die tägliche Dusche um einige Minuten zu reduzieren. Beim Wasserhahn reicht es oft, nur zur Hälfte aufzudrehen. Viele solche Kleinigkeiten können im Laufe der Zeit schon viel bewirken.

Tipp 3: Sparaufsätze benutzen

Wasserhähne und Duschköpfe lassen sich ganz einfach mit einem Sparaufsatz nachrüsten, der die hervorsprudelnde Wassermenge mit Luft mischt. Der Wasserstrahl wird gefühlt nicht weniger – eine komfortable Dusche ist damit immer noch möglich – doch der Wasserverbrauch wird stark reduziert. Im Bestfall sparen Sie so über die Hälfte der ursprünglich benötigten Wassermenge.

Tipp 4: Wasch- und Spülmaschine richtig einsetzen

Die Waschmaschine sollte immer nur voll beladen eingeschaltet werden. Wählen Sie dabei ein Sparprogramm und verwenden Sie nur die wirklich nötige Menge an Waschmittel. Auf Wäscheparfum, Weichspüler und Co. sollte besser ganz verzichtet werden. So verringern Sie den Wasserverbrauch für jeden Waschgang auf das absolute Minimum.

In der Küche gilt: Die Spülmaschine ist besser als die Handreinigung. Also keine Sorge, es ist nicht nur eine faule Ausrede, wenn Sie Ihr Geschirr lieber in die Spülmaschine geben. Auch hier ist jedoch wichtig, das Gerät nur voll beladen zu nutzen und Sparprogramme zu verwenden. Noch dazu sollten keine Speisereste in der Maschine landen – diese am besten vorher abkratzen, fließendes Wasser ist dazu meist gar nicht nötig.

Tipp 5: Wassersparende Geräte kaufen

Sehr alte oder billige Geräte arbeiten ineffizient und verschwenden gleichzeitig Strom und Wasser. Wenn Sie also z. B. eine neue Waschmaschine kaufen, lieber nicht zu geizig sein und eine mit hoher Energie-Effizienz-Klasse wählen. Aber Vorsicht: Tauschen Sie deswegen nicht jedes Gerät mit einigen Jahren auf dem Buckel sofort aus. Denn die Herstellung solcher Geräte benötigt ebenfalls eine ganze Menge Wasser.

Tipp 6: Auch auf den indirekten Wasserverbrauch achten

Der Wasserverbrauch eines Europäers liegt in etwa zwischen 50 Litern (Malta) und stolzen 243 Litern (Italien). Österreich liegt mit gut 137 Litern täglich dabei im Mittelfeld. Doch diese Zahl drückt nur den tatsächlichen Verbrauch eines jeden einzelnen aus – wichtiger als das ist jedoch der sogenannte indirekte oder „virtuelle Wasserverbrauch“.

Damit ist die Menge an Wasser gemeint, die für die Herstellung von Produkten und Dienstleistungen verwendet wird, die wir konsumieren: beispielsweise Lebensmittel, Kleidung, Technik oder Haushaltswaren. Rechnet man diesen Bedarf in unsere Pro-Kopf-Wassernutzung ein, befinden wir uns plötzlich bei 4.700 Litern Wasser, jeden Tag. Eine stolze Menge!

Wie viel Wasser große Händler und Industriekonzerne verbrauchen, kann jeder Einzelne zwar nur bedingt beeinflussen. Doch Sie können einen wichtigen Beitrag leisten, indem Sie bewusst einkaufen:

  • Kaufen Sie nur, was Sie wirklich brauchen.
  • Achten Sie auf Regionalität und Saisonalität beim wöchentlichen Lebensmittelkauf.
  • Vermeiden Sie Lebensmittelabfälle.
  • Tauschen Sie Computer, Handy und Co. nur dann aus, wenn die Leistung tatsächlich nicht mehr ausreicht oder das Gerät kaputt ist.
  • Second-Hand und Gebrauchtkauf sind tolle Optionen, z. B. für Technik und Kleidung.

Nachhaltiger Wasserverbrauch liegt in der Hand jedes Einzelnen

Wie diese 6 Tipps zeigen: Der nachhaltige Umgang mit Wasser betrifft nicht nur große Industriebetriebe oder die Politik – auch Privathaushalte tragen einen wichtigen Teil dazu bei. Der erste Schritt ist, ein Bewusstsein zu entwickeln und den eigenen Verbrauch kritisch zu betrachten. Ist das geschafft, sind Sie schon auf dem besten Weg, das eigene Handeln hin zu einem behutsameren Umgang mit Wasser zu verändern.